Dienstag, 17. April 2018

[Rezension] Kyria und Reb - Andrea Schacht

[Rezension] Kyria und Reb - Andrea Schacht


Eine Dystopie. Eine Welt, in der Frauen die Macht haben - trotzdem ist nicht alles perfekt.
Die Führungspositionen in Nu-Yu werden alle von Frauen besetzt, auch die Gottheit, die verehrt wird, ist eine Frau. Die Männer werden quasi "unter'm Pantoffel gehalten". Männer sind eine kontrollierte Randgruppe. Darunter kommen nur noch die Subcults - die Ausgestoßenen, Identitätslosen.
Dann gibt es noch die Reservate, die in etwa unserer Welt entsprechen, aber die in Nu - Yu für rückständig deklariert werde - vor allem was das technische Know - How betrifft. Dort sind Männer und Frauen gleichgestellt.

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch nicht mitgerissen hat. Die verwirrende Politik hat es mir oft schwer gemacht, dem Handlungsstrang zu folgen.

Die Idee an sich finde ich eigentlich klasse, aber meiner Meinung nach hat Andrea Schacht sich zwischenzeitlich zu sehr in die trockene politische Welt rein gesteigert. Leider blieben dabei die zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Strecke.
Kyria und Reb sind sich mal richtig nah und dann in der nächsten Sekunde wieder unheimlich distanziert. Es ist zwar gut, dass es nicht wieder der Fall ist, dass sie sich innerhalb von fünf Seiten unsterblich ineinander verlieben, doch etwas mehr Gefühl hätte in diesem Fall nicht geschadet.

Das Buch wird aus Kyrias Sicht erzählt, einer durchaus sympatischen Erzählerin, man macht ihre Wandlung vom behüteten Mädchen zur selbstbewussten jungen Frau mit. Ich mag an ihr, dass sie nicht eine der Heldinnen ist, die bei jeder Kleinigkeit losheulen. Auch die Nachricht, dass sie bald sterben könnte, nimmt sie sehr gefasst auf.

Was mich allerdings gestört hat, war der unbeholfene Schreibstil während den Gesprächen. Diese wirkten oft sehr abgehackt und irgendwie... ja, unbeholfen, staksig. Auch die anderen Figuren blieben die ganze Zeit eher ausdruckslos und flach.
Dafür ist aber wie gesagt die Politik sehr durchdacht und nach und nach erfährt man von den Intrigen, die sich durch Kyria's ganzes Leben ziehen. Und es ist nicht unbedingt klar, wer Freund und wer Feind ist.

Zum Schreibstil muss ich dann noch sagen, dass er sehr schlicht ist. Ohne große Verzierungen, auf das Wesentliche bezogen. Andrea Schacht versucht möglichst die Handlung voran zu treiben, nur bei mir wollte dabei nicht die rechte Spannung aufkommen, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Ein Kritikpunkt an Reb hatte ich auch noch - seine dreiste Art zu Anfang des Buches, Gott sei Dank hat sich das aber im Laufe der Geschichte gebessert.
Das einzige, dass geblieben ist, das er alle Frauen "Princess" genannt hat - ich hab das irgendwie als störend empfunden.






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