[Rezension] Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Titel: Im Westen nichte Neues
Autor: Erich Maria Remarque
Seitenzahl: 336
Verlag: KiWi
ISBN-10: 3462046330
ISBN-13: 978-3462046335
Erscheinung Erstausgabe: 29.01.1929
Genre: Roman, Historischer Roman
Handlungsort: Nordfrankreich (Stellungen der Westfront im 1. Weltkrieg)
Klappentext:
Paul Bäumer und seine Klassenkameraden melden sich beeinflusst von ihrem Klassenlehrer am Anfang des 1. Weltkrieges voll von patriotischem Überschwang und Begeisterung zur Armee. Doch schon bald werden sie von der Realität des sinnlosen Grauens und der Brutalität in den Schützengräben der Westfront eingeholt.
Cover und Gestaltung:
Das Cover ist schlicht in beige gehalten mit Titel und Autor in großen kursiven Schriftzug. Die Schlichtheit des Covers symbolisiert den Stil der neuen Sachlichkeit in der Weimarer Republick, in der das sachliche Wort wirken soll anstatt von emotionalen Bildern.
Meine Meinung:
"Im Westen nichts Neues" ist natürlich ein Buch, dass jeder einmal in seinem Lesen gelesen haben sollte, um die Schrecken in den Schützengräben des 1. Weltkrieges zu verstehen. Und da meine Tochter es dieses Jahr für die Schule lesen musste und wir es nun zu Hause hatten, habe ich ebenfalls mal danach gegriffen.
Es erzählt die Geschichte aus der Sicht des einfachen Frontsoldaten Paul Bäumer. Der Großteil der Geschichte ist in der Gegenwartsform erzählt, aber ab und zu springen wir auch in der Zeit zurück. Es erzählt nicht von den entscheidenden Schlachten des 1. Weltkrieges und ist auch keine wirklich durchgängige Geschichte, sondern besteht eher aus episodenhaften Erinnerungen, Reflexionen und Berichten des Frontalltags von Paul und seinen Kameraden.
Für einen Klassiker hat es einen sehr einfachen, klaren und schnörkellosen Schreibstil mit dem Remarque den zermürbenden Stellungskrieg, sinnlose Massenschlachten, den Hunger und die Todesangst beschreibt. Es zeigt eindrücklich wie die jungen Männer nach und nach durch den Krieg psychisch zerstört werden und sich auch von ihrer Elterngeneration entfremden.
Der
schlichte nüchterne Schreibstil verstärkt dabei auch beim Leser das Gefühl
des Abstumpfens, dass auch Paul und seine Kameraden schon durchlebt
haben, da sie anders gar nicht in dem täglichen Grauen überleben
könnten.
Neben dem Grauen an der Front ist aber auch die Kameradschaft und Freundschaft zwischen den Männern an der Front ein wichtiges Thema, die als Familienersatz, emotionaler Halt und Überlebenstrategie dient, wobei einstige Herkunft und sozialer Status keine Rolle mehr spielen. Dies ist an einer recht überschaubaren kleinen Gruppe im Buch beschrieben.
Mitten im Buch erlebt man auch einen Heimaturlaub von Paul mit und versteht in diesen Passagen was diese Kameradschaft ausmachte und was den Männern fehlte, wenn sie wieder zu Hause waren allein mit ihrer posttraumatischen Belastungsstörung.
Fazit:
Mir persönlich war das Buch zu episodenhaft erzählt. Natürlich ist das als Stilmittel in der Epoche der Neuen Sachlichkeit so gewollt. Aber mir fehlte trotzdem eine etwas stringentere Handlung mit einer Art Spannungskurve. Trotzdem ist es ein schonungloses Antikriegsbuch, dass immer noch brandaktuell ist und als mahnendes Beispiel von jedem einmal gelesen werden sollte.


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