Dienstag, 16. Juni 2026

[Rezension] Das Geflüster - Ashley Audrain

 [Rezension] Das Geflüster - Ashley Audrain

 

Titel: Das Geflüster - Niemand hat es gesehen. Doch alle haben etwas gehört.
Autor: Ashley Audrain
Seitenzahl: 352
Verlag: Penguin

ISBN-10: 3328601821
ISBN-13: 978-3328601821
Erscheinung Erstausgabe: 24.04.2024
Genre: Belletristik, Gesellschaftsroman, Familiendrama
Handlungsort: USA (Harlow Street in einer nicht näher definierten US-amerikanischen Vorstadt)


Klappentext:

Die Loverleys veranstalten eine Gartenparty für die Nachbarschaft und Gastgeberin Whitney will, dass alles den perfekten Anschein hat. Dies gelingt ihr, bis ihr 9 jähriger Sohn Xavier ihr nicht gehorcht und sie vor den Augen aller Gäste die Fassung verliert. Die Gartengesellschaft ist schockiert und Whitney möchte am liebsten im Boden versinken.
Als Xavier dann wenige Monate später aus seinem Kinderzimmerfenster stürzt und lebensberohlich verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, beginnt das Geflüster in der Harlow Street. Doch auch die Nachbarn in der Harlow Street müssen sich mit ihren eigenen Abgründen und einer etwaigen Mitschuld an der Tragödie auseinandersetzen.


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt eine typische Straße in einer gut behüteten Vorstadt, genauso wie man sich die Harlow Street im Buch vorstellen würde und passt daher perfekt zur Geschichte. Das rot macht das Buch zu einem Eyecatcher.


Meine Meinung:

Nachdem "Der Verdacht" von der Autorin ein 5 Sterne Buch für mich war, war ich sehr gespannt auf das zweite Buch von ihr. Auch hat mich Cover und Klappentext sehr angesprochen und ich habe mir einen spennenden Gesellschaftsroman über Nachbarschaftsgeheimnisse darunter vorgestellt.

Die Geschichte beginnt mit dem Vorfall auf der Gartenparty und springt dann 9 Monate in die Zukunft an den Morgen, nachdem Xavier aus seinem Kinderzimmerfenster stürzte. Erzählt wird die Geschichte im Präsens aus 4 unterschiedlichen Perspektiven und erstreckt sich über 1 Woche in der Gegenwart. Ab und zu springt die Geschichte auch in der Zeit zwischen Gegenwart und den vergangenen 9 Monaten hin und her.
Die Protagonistinnen Whitney, Blair, Rebecca und Mara wohnen in der selben Straße einer wohl behüteten Kleinstadt und kennen sich alle. Nach aussen macht alles einen perfekten Anschein, doch nach und nach erfährt man, dass sie alle nur vorgeblich in glücklichen Vorstadtfamilien leben, aber hinter der Fassade alle mehr oder weniger düstere Geheimnisse hüten, von denen die anderen nichts wissen.

Whitney ist eine gutaussehende, erfolgreiche Geschäftsfrau, die dies aber nicht mit ihrem Mutterdasein unter einen Hut bringen kann, auch wenn sie das für die Aussenwelt anders darstellen will. Sie ist eigentlich immer nur gestresst von ihren Kindern und parkt diese fast immer bei einem Kindermädchen. Ihr Sohn Xavier passt dabei ganz und gar nicht in das Aussenbild, dass sie aufrecht erhalten will.
Blair hingegen ist eine aufopferungsvolle Hausfrau und Mutter, deren komplette Welt sich um ihre Tochter Chloe dreht. Sie blickt aber auch voller Neid auf Whitneys Leben und hat ständig Angst, dass ihr Ehemann sie betrügt.
Rebecca ist Ärztin und behandelt Xavier im Krankenhaus. Privat leidet sie darunter, dass bei ihr bisher jegliche Schwangerschaften in Fehlgeburten mündeten und sie anscheinend keine Kinder bekommen kann.
Mara ist im Gegensatz zu den anderen schon 82 Jahre und von ihr erfährt man in Rückblicken die tragische Geschichte ihres Sohnes.
Mitfiebern konnte man aber mit keinem so richtig, da alle Charaktere in diesem Buch mehr oder weniger unssympathisch gezeichnet sind.

Von Mutterschaft, Überforderung, aber auch unerfülltem Kinderwunsch über Eheprobleme, Eifersucht und Affären bis hin zu Tratsch, Neid und Missgunst unter Frauen, werden im Buch viele verschiedene Themen angerissen.
Man taucht tief in die Gedankenwelt der Protagonistinnen ab und es gibt allerhand lange innere Monologe über ihre Gefühle und Gedanken. Leider wiederholen sich diese aber allzu oft und drehen sich über weite Strecken im Kreis, so dass das Buch sehr zäh ist und von Spannung oder Pageturner wie in ihrem ersten Roman habe ich sehr wenig gespürt. Ich habe mich im Gegenteil durch den Mittelteil echt ziemlich durchgequälen müssen, da ich gern noch die Auflösung wissen wollte.

Tatsächlich nimmt die Geschichte am Ende nochmal eine Wendung, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt, aber auch dieser Plot-Twist konnte mich nicht so überzeugen, wie das Ende in "Der Verdacht" und so war dieses Buch leider eine große Enttäuschung für mich.


Fazit:

Leider entwickelte sich das Buch etwas anders, als ich mir vorgestellt hatte. Aber vor allem war es eines: sehr zäh. Die Gedanken der Protagonistinnen kreisten in vielen Wiederholungen immer wieder um diesselben Themen, so dass ich mich wirklich teilweise durch das Buch durchgequält habe.
So konnte mich "Das Geflüster" leider nicht im Ansatz so überzeugen wie das erste Buch der Autorin.




 Originalität    
  
 Umsetzung     

 Schreibstil      

     Charaktere  

     
      Tempo        
      
    Tiefe            
  
      Lesespaß   



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