Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Das Paket - Sebastian Fitzek

[Rezension] Das Paket - Sebastian Fitzek


Titel: Das Paket
Autor: Sebastian Fitzek
Seitenzahl: 368
Verlag: Droemer Knaur
ISBN-10: 3426199203
ISBN-13: 978-3426199206
Erscheinung Erstausgabe: 26.10.2016
Genre: Psychothriller
Handlungsort: Berlin



Inhalt:

Die junge Psychiaterin Emma Stein wurde nach einem Kongress in ihrem Hotel vergewaltigt. Doch in ihrer Geschichte gibt es Ungereimtheiten, so dass ihr niemand Glauben schenkt.
6 Monate später ist sie immer noch ein ängstliches Wrack. Sie verlässt das Haus nicht mehr und leitet unter Paranoia. Als ihr der Paketbote eines Tages ein Päckchen für einen Nachbarn bringt, dessen Namen sie nicht kennt, gerät sie in Panik....


Cover und Gestaltung:

Das Cover ist wie bei fast allen Büchern von Sebastian Fitzek toll gestaltet. Es ist wie ein in Packpapier eingewickeltes Paket gestaltet mit einem Paketaufkleber auf dem Titel, Gene und Verlag vermerkt sind. Der Autorenname ist groß in rot vorn drauf gedruckt, so dass es auch auf den ersten Blick den Eindruck eines Thrillers macht. Passenderweise zu dem Paket, dass im Buch eine Rolle spielt ist der Einband auch aus dickem Karton und in der limitierten ersten Auflage ist das Buch wohl nochmal wie ein Paket verpackt gewesen.


Meine Meinung:

Mit "Das Paket" kehrt Fitzek eindeutig zu seinen Ursprüngen zurück. Dieses Buch ähnelt in vielerlei Hinsicht wieder eher seinen älteren Werken, wobei ich sagen muss, dass ich keiner von den Kritikern seiner letzten Bücher bin. Ich fand alle 6 Bücher, die ich bereits von ihm gelesen habe gut bis sehr gut und diese waren über die Erscheinungsjahre hinweg sehr gestreut.

Diese Geschichte wird aus der Sicht von Emma Stein in 2 Zeitebenen erzählt. Eigentlich befindet man sich in der Gegenwart schon 6 Wochen nach den dramatischen Ereignissen in einem Gespräch von Emma mit einem befreundeten Anwalt, der sie vor Gericht vertreten soll. Diesem soll Emma von all den schrecklichen Ereignissen erzählen, die ihr widerfahren sind, damit er seine Verteidigung darauf aufbauen kann. Während Emmas Erzählungen rutscht man dann jedoch den Großteil des Buches diese 6 Wochen zurück und erlebt mit ihr die dramatischen Ereignisse und welche Kettenreaktion diese ausgelöst haben. 

Der Schreibstil ist wieder einmal spannend und rasant. Die Kapitel sind typisch für Fitzek sehr kurz gehalten und enden so ziemlich alle mit einem Cliffhanger. Viele kritisieren diese bei Fitzek, aber für mich halten sie kontinuierlich die Spannung hoch und motivieren mich immer noch ein Kapitel und noch ein kleines Kapitel usw. weiter zu lesen, so dass Fitzek auch einer der wenigen Autoren ist, von dem ich ein Buch innerhalb eines Tages regelrecht verschlingen kann. Und dieses ist wieder einer seiner typischen Pageturner. Aber auch die winterliche düstere Atmosphäre in der Geschichte und Emmas Paranoia ist toll eingefangen und man fühlt sich mitten im Geschehen drin.

Man wird ebenfalls typisch für den Autor lange Zeit an der Nase herumgeführt und meint öfters mal den Täter zu kennen (oder als geübter Fitzek Leser eher nicht, denn man weiß eigentlich von ihm, dass es das jetzt noch nicht sein kann), aber wird geschickt in eine Sackgasse gelenkt und muss mit allen Überlegungen wieder bei Punkt Null beginnen. Den eigentlichen Täter kann man eventuell, wenn man Fitzes Bücher kennt erraten, alle Zusammenhänge erschließen sich aber erst zum Schluss.

Emma ist vielleicht nicht gerade der sympatischste Charakter, aber das störte mich nicht denn ich fand ihre Person sehr interessant dargestellt. Auch und besonders weil ihre Gedankenwelt so konfus ist und man als Leser sich selbst immer wieder fragt, ob ihre Version der Ereignisse wirklich die richtige sein kann und jemand ein böses Spiel mit ihr treibt oder aber ob sie ihr Verstand eher verwirrt ist. 

Was mich an dem Buch ein klein wenig störte ist, dass es doch alles auf sehr vielen Zufällen beruht und dadurch etwas sehr gewollt wirkt. So geht es auch gar nicht so sehr um das vermeintliche Paket, wie ich mir nach dem ganzen Marketing vorgestellt habe, sondern dies ist eigentlich nur der Auslöser einer ganzen Kettenreaktion gewesen. Da hatte ich im Vorfeld irgendwie eine ganz andere Geschichte erwartet. 
Aber das ist meckern auf hohem Niveau, denn die Fitzek Thriller gefallen mir immer noch viel viel besser als der Großteil der Bücher, die in diesem Genre erscheinen und unterhalten mich bestens. Wenn auch immer nur von so kurzer Dauer, da ich sie immer so schnell beendet habe.


Fazit:

"Das Paket" ist wieder einmal ein spannender und unterhaltsamer Psychothriller, den man einfach durchsuchten muss. Leider hat die Geschichte nicht mehr ganz soviel mit der tollen Plotidee zu tun wie ich dachte. Dennoch ist der Thriller mit seinem rasanten Schreibstil, der tollen Atmosphäre, einer interessanten Protagonistin und vielen Wendungen sehr empfehlenswert.



  


   Originalität     

   Umsetzung      

    Schreibstil      

     Charaktere     

        Tempo         

          Tiefe         


        Lesespaß      





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