Mittwoch, 29. Juli 2015

[Rezension] Lügenmädchen - Luana Lewis

[Rezension] Lügenmädchen - Luana Lewis


Titel: Lügenmädchen
Autor: Luana Lewis
Seitenzahl: 320
Verlag: Goldmann
ISBN-10: 3442313848
ISBN-13: 978-3442313846
Erscheinung Erstausgabe: 11.05.15

Genre: Psychodrama






Inhalt:

Die Psychologin Stella leidet seit einem traumatischen Erlebnis an Panikattacken und Angstzuständen und lebt so völlig zurückgezogen in einem abgelegenen Haus, dass sie nicht in er Lage ist zu verlassen. Kontakt hat sie nur noch zu ihrem Ehemann Max. An einem verschneiten Winterabend, an dem ihr Haus aufgrund der Schneemassen kaum noch zu erreichen ist, klingelt es an Stellas Haustür und sie findet ein durchgefrorenes Mädchen vor ihrem Haus. Zunächst will sie diesem den Zutritt aus Angst verwehren. Aber da sie das Kind nicht draußen erfrieren lassen kann, lässt sie es schließlich doch ins Haus, was sie schon bald darauf bereut. Denn Blue tischt ihr jede Menge Lügen auf, so dass Stella bald gar nicht mehr weiß, was sie dem Mädchen glauben soll und was nicht und sich sehr unwohl in Blues Gegenwart fühlt.



Cover und Gestaltung:

Das Cover ist schlicht in dunkelblau mit gelben Schriftzug gestaltet. Die dunkle Farbgebung deutet auf einen Psychothriller hin und der Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift ist sehr gut gelungen. Trotzdem würde das Cover allein im Buchladen aber nicht meine Aufmerksamkeit erregen, da es einfach zu nichtssagend ist.




Meine Meinung:

Das Buch beginnt sehr atmosphärisch und interessant: Stella, die an einem Trauma leidet, dass es ihr nicht ermöglicht einen Fuß vor die Tür zu setzen, ist allein in ihrem großen Haus in einer abgelegenen Gegend, fast eingeschneit. Es klingelt und ein Mädchen, dass von Anfang an sehr suspekt ist, steht vor der Tür. In den ersten Kapiteln erzeugt das Buch wirklich noch eine sehr beklemmende. bedrohliche Atmosphäre.

Auch die Einteilung in 3 verschiedene Handlungsstränge versprach zunächst etwas Spannung und Verwirrung. Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart und spielt sich in Stellas Haus zwischen ihr und Blue ab. Ein zweiter Strang beschreibt die Sitzungen einer Patientin bei ihrem Psychiater, während der dritte Erzählstrang 2 Jahre zuvor in der Vergangenheit angesiedelt ist und von den Ereignissen erzählt, die zu Stellas Trauma führten. Nicht alle Beteiligten werden gleich namentlich genannt, aber leider konnte man bereits ab c.a. einem Viertel des Buches erahnen, wie diese drei Ebenen zusammenhängen und hat eigentlich damit schon die meisten Fragen beantwortet. Die noch wenigen offenen Fragen werden auch bald eher unspektakulär und sehr vorhersehbar gelüftet. 
Es handelt sich um einen ruhigen und unblutigen Thriller, der eher auf die psychologischen Aspekte abzielt. Diese fand ich durchaus sehr interessant, gerade weil die Autorin selbst Psychologin ist. Aber als Thriller würde ich das Buch eigentlich nicht einordnen, denn dazu fehlte doch einiges. Es fehlte an wirklicher Spannung und Verwirrung, an einer wirklichen Bedrohung und einem Höhepunkt der Handlung und schließlich an den unvorhersehbaren Wendungen. Die Handlung war mir schlicht viel zu geradlinig, so dass sie mich nicht wirklich fesseln konnte.

Auch die Charaktere waren mir nicht sympatisch. Stella empfand ich durchweg als viel zu naiv und konnte ihre Handlungen, gerade weil sie Psychologin ist, oft nicht verstehen. Zu den anderen Personen konnte ich ebenfalls keinerlei Verbindung aufbauen, so dass ich das ganze Geschehen eher von außen beobachtet habe und von der Geschichte nicht berührt wurde, worauf die Handlung eigentlich abzielen soll.
Auch der Schreibstil spielt da mit hinein, denn dieser war für mich teilweise zu nüchtern, sachlich und eher emotionslos.
Schade, denn an sich hätte die Ausgangssituation viel Potential für einen echten Psychothriller gehabt.



Fazit:

"Lügenmädchen" hat eine gute Grundidee, aus der man mit mehr Spannung, Verwirrung und Atmosphäre viel mehr heraus holen hätte können. Leider ist die Handlung aber sehr vorhersehbar und geradlinig, so dass es nicht hält, was der Klappentext verspricht. Einzig die psychologischen Ansätze in diesem Buch waren interessant und konnten mich überzeugen.


Somit kann ich leider insgesamt nur 2 Sterne für das Buch vergeben.




   Originalität     

   Umsetzung      

    Schreibstil      

     Charaktere     

        Tempo         

          Tiefe          

        Lesespaß      




Vielen Dank an den Goldmann Verlag und Was liest du? für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!



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