[Rezension] Mord auf dem Golfplatz von Agatha Christie

Titel: Mord auf dem Golfplatz
Autor: Agatha Christie
Seitenzahl: 240
Verlag: Atlantik
ISBN-10: 3455651003
ISBN-13: 978-3455651003
Erscheinung Erstausgabe: März 1923 (USA), Mai 1923 (GB), 1927 (Dtl)
Genre: Kriminalroman
Handlungsort: Frankreich
Klappentext:
Hercule Poirot erhält den verzweifelten Hilferuf eines französischen Multimillionärs und macht sich mit Hastings auf die Reise. Als die beiden aber in Frankreich eintreffen, liegt der betuchte Monsieur Renauld bereits in seinem frisch geschaufelten Grab - mitten auf dem Golfplatz. Der Brieföffner in seinem Rücken gehört seiner Frau, womit die Polizei den Fall als geklärt betrachtet. Doch Hercule Poirot weiß, dass die Suche nach dem Mörder gerade erst begonnen hat...
Cover und Gestaltung:
Auf
dem Cover ist ein Golfplatz abgebildet. Der Titel steht als Hingucker in einem Golfball versehen noch mit einigen Blutstropfen. Zum Inhalt passt Cover und Titel nur bedingt, da der Golfplatz eigentlich gar keine Rolle weiter im Buch spielt außer, dass die Leiche dort gefunden wird.
Ansonsten mag ich die Agatha Christie Ausgaben vom Atlantik Verlag sehr gern, das sie nebeneinander im Regal schön zusammenpassen.
Meine Meinung:
"Mord auf dem Golfplatz" ist der 2. Roman der Hercule Poirot Reihe und erst der dritte geschriebene von Agatha Christie überhaupt.
Diesmal verschlägt es Poirot dabei nach Frankreich, von wo ihn ein Hilferuf eines Mannes erreichte, der um sein Leben fürchtet. Doch als Poirot mit seinem Gefährten Hastings dort eintrifft ist Mr Renauld bereits tot und die beiden beginnen parallel zum örtlichen Inspektor Monsieur Giraud zu ermitteln. Mit diesem selbstherrlichen Konkurrenten tritt Poirot in eine Art kriminalistischen Wettstreit, um zu sehen wer den Fall zuerst löst, was dem Buch durchaus Humor verleiht.
Monsieur Giraud sieht sich dabei als modernerer Ermittler, der viel am Schauplatz agiert, auf dem Boden herum kriecht, mit der Lupe nach Indizien sucht und Poirot als altmodisch verspottet. Poirot hingegen setzt wie immer auf seine Menschenkenntnis, seine Beobachtungsgabe und seine kleinen grauen Zellen.
Wie auch schon im ersten Roman mit Hercule Poirot, ist auch hier wieder sein Freund Hastings als Ich-Erzähler mit von der Partie und fungiert wie üblich in der Rolle des naiven Ahnungslosen, der ähnlich dem Leser im Dunkeln tabt und meist nichts mit Poirots eingeworfenen Hinweisen anfangen kann.
Das Buch steigt eher langsam in die Handlung ein und das die Anfänge der Ermittlungsarbeit waren zunächst etwas langatmig. Auch habe ich am Anfang etwas Problme mit dem Überblick bei all den französischen Namen gehabt.
Aber bei c.a. der Hälfte des Buches erfahren wir eine interessant eingeflochtene Hintergrundgeschichte, die zur ersten großen Wendung im Buch führt. Ab da kann man mit den gegebenen Hinweisen auch gut miträtseln und das Buch nahm an Fahrt und Spannung auf, mit noch vielen weiteren falschen Fährten und Wendungen.
Was mir bei Agatha Christie Büchern nebenher immer noch gut gefällt, sind die Beschreibungen und die Atmosphäre der damaligen Zeit. Dieser Roman erschien 1923 und spielt auch in dieser Zeit. Darin ist mir besonders das, aus unserer heutigen Sicht veraltete Frauenbild von Hastings aufgefallen. Aber der Roman wurde von einer Zeitzeugin der damaligen Zeit geschrieben und deswegen bringt sie einem diese Zeit so realistisch rüber.
Fazit:
"Mord auf dem Golfplatz" ist einer der weniger bekannten Frühwerke aus der Hercule Poirot Reihe, aber es hat mich dafür durchaus mit einem sehr verworrenen Fall gespickt mit vielen Wendungen und falschen Fährten überrascht und ist sehr lesenswert. Für alle Agatha Christie Fans sowieso.



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