Dienstag, 2. Mai 2017

Infernale: Rhapsodie in Schwarz - Sophie Jordan

[Rezension] Infernale: Rhapsodie in Schwarz - Sophie Jordan


Titel: Infernale: Rhapsodie in Schwarz
Autor: Sophie Jordan
Seitenzahl: 384
Verlag: Loewe
ISBN-10: 3785583699
ISBN-13: 978-3785583692
Erscheinung Erstausgabe: 13.03.2017

Genre: Jugendbuch, Dystopie
Handlungsort: USA (an der Grenze zu Mexiko)




Achtung! Dies ist der 2. Teil einer Trilogie. Für alle, die noch nicht mit der Reihe angefangen haben, empfehle ich erst hier meine Rezension zu Band 1 "Infernale" zu lesen, um nicht gespoilert zu werden.


Inhalt:

Davy und ihre Freunde sind aus dem Camp Mount Haven geflohen und wollen nun ein Übersetzen über die Grenze nach Mexiko wagen, wo sie sich selbst als Träger des Mördergens noch ein relativ normales Leben erwarten. Doch auf der Flucht wird Davy angeschossen und von ihren Freunden getrennt....


Cover und Gestaltung:

Das Cover sieht dem des ersten Bandes ähnlich. Es ist das Selbe Mädchen mit der Markierung am Hals darauf abgebildet. Das Mädchen sieht allerdings anders aus, als Davy im Buch beschrieben wird. Am auffallendsten ist wie schon bei Band 1 die intensive Farbgebung des Covers - diesmal in einem leuchtenden Kirschrot. 


Meine Meinung:

Leider hatte mich ja schon Teil 1 der Reihe nicht überzeugt. Da ich aber zu dem Zeitpunkt Band 2 schon geschenkt bekommen habe, verfolgte ich die Reihe doch weiter. Ansonsten hätte ich wohl eher abgebrochen.

Das Buch steigt einige Tage nach dem Ende von Band 1 und der gelungenen Flucht von Davy und ihren Freunden aus Mount Haven ein. Sie wollen nach Mexiko fliehen. Doch das gelingt nicht allen, sondern Davy wird angeschossen und von ihren Freunden getrennt. 
Ich muss sagen, dass das Buch am Anfang einen Verlauf nimmt mit dem man erstmal gar nicht rechnet, was im Vergleich zu Band 1, der für mich von der ersten bis zur letzten Seite vorhersehbar verlief, doch erstmal etwas erfrischender war.

Leider mutiert es dann aber zu einer fast reinen Liebesgeschichte. Eine ziemliche Neuauflage von der in Band 1, nur mit anderem männlichen Protagonist. Dies fand ich doch eher befremdlich, da ich den ersten Band kurz vorher gelesen hatte und Davys Gefühle zu Sean nach der Flucht dort noch ganz anders dargestellt wurden als plötzlich zu Anfang von Band 2. Als ob die Autorin später die Geschichte, die in ihrem Kopf geplant war, nochmal komplett umgeschrieben hat. 
Ansonsten ist man ständig mit Davys Selbstzweifel, Schuldgefühlen und dem Hin und Her ihrer Gedankenwelt konfrontiert. Viel Handlung bleibt nach dem Fluchtversuch nach Mexiko ansonsten leider nicht mehr. Und auch die ganze Thematik um das HTS Gen rückt hier noch mehr in den Hintergrund als im ersten Band. Am interessantesten fand ich irgendwann nur noch die Einleitungen in die Kapitel, in denen man aus Gesprächen, Zeitungsartikeln oder sonstigen Medien erfährt, wie sich die Lage im restlichen Land und der Gesellschaft so entwickelt. 

Selbst für die vielen Leser, die so begeistert vom ersten Teil waren, sollte gesagt werden, dass die Geschichte um Davy, Sean, und Sabine nicht weiter geht, sondern nach den ersten 50 Seiten eigentlich nur noch Davy übrig bleibt und ansonsten neue Protagonisten hinzu kommen. Sean, Gil und Sabine hat man dann einfach mal bis kurz vor Schluss aus der Geschichte raus genommen. 
Davy war mir eigentlich genauso unsympathisch wie in Band 1. Auch wenn sie schlimmes durchgemacht hat, fand ich sie einfach nur zickig, undankbar und anstrengend. Ihre Handlungen konnte ich oft nicht nachvollziehen und hatte das Gefühl, dass vieles einfach nur so eingebaut wurden, um die Handlung in die gewünschte Richtung zu lenken. Caden, der neue männliche Protagonist war mir zu klischeehaft und viel zu einfach gestrickt. Seine so plötzlich entflammte aufopferungsvolle Liebe zu Davy kommt wie aus dem Nichts un entbehrt sich jeglicher Grundlage, wenn man sich Davys zurückweisendes und zickiges Verhalten anschaut.

Das Ende kommt nach der ziemlichen Handlungsarmut des Buches dann doch sehr abrupt und der Shwdown nimmt vielleicht gerade mal 30 Seiten ein. Die ganze Problematik mit dem HTS Gen löst sich einfach mal so in Wohlgefallen auf. Es kommt nicht einmal mehr zu einer aktiven Revolution. Das war mir dann doch alles viel zu einfach und ich hatte das Gefühl die Autorin wusste sonst nicht, wie sie die ganze Geschichte beenden sollte oder hat es einfach lieblos zu Ende gebracht, weil der Abgabetermin sich nicht mehr verschieben lies.

Insgesamt hatte ich mir aufgrund der interessanten Thematik sehr viel von dieser Reihe versprochen. Leider blieb mir die gesellschaftliche Entwicklung in beiden Bänden aber zu sehr im Hintergrund und das interessante wurde auf einige kurze Berichte und Gesprächen in den Einleitungen vor den Kapiteln reduziert. Stattdessen stehen in der Reihe dann eher das Liebesleben und -leiden von Davy im Vordergrund. Für diese Art von Jugendbüchern bin ich wohl dann definitiv schon zu alt.



Fazit:

"Infernale - Rhapsodie in Schwarz" war für mich, wie auch schon der erste Teil eine große Enttäuschung. Die tolle Grundidee wurde nicht mit Hintergründen ausgebaut. Stattdessen gibt es hier wieder eine neue klischeehafte Liebesgeschichte, obwohl ich eigentlich dachte dies hätten wir schon in Band 1 hinter uns gehabt. Aber der dystopische Anteil rückte hier völlig in den Hintergrund und es ging nur noch um Davys ständig wechselnde Gefühls- und Gedankenwelt.



            Originalität  

         Umsetzung      

  Schreibstil       

  Charaktere      

      Tempo         

          Tiefe            

             Lesespaß        



Die Reihe:

Bei Infernale handelt es sich um eine Dilogie. Beide Teile sind mittlerweile schon erschienen.  



                            



1 Kommentar:

  1. Hallo Julia,

    ja, was soll ich denn jetzt dazu sagen? Du wolltest halt nicht hören. :D Naja, es kann einem halt nicht alles gefallen, ich finde es schön von dir, dass du es trotz der niedrigen Bewertung sogar noch zu Ende gelesen hast. Deine Argumente finde ich sehr gut gewählt!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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