Sonntag, 28. Mai 2017

[Rezension] Die 100: Tag 21 - Kass Morgan

[Rezension] Die 100: Tag 21 - Kass Morgan


Titel: Die 100: Tag 21 (Band #2)
Autor: Kass Morgan
Seitenzahl: 320
Verlag: Heyne
ISBN-10: 3453269500
ISBN-13: 978-3453269507
Erscheinung Erstausgabe: 19.10.2015 
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Handlungsort: das durch einen Atomkrieg zerstörte Virginia (USA) und teilweise auf einer Raumstation im All



Achtung! Dies ist der 2. Teil einer Trilogie. Für alle, die noch nicht mit der Reihe angefangen haben, empfehle ich erst hier meine Rezension zu "Die 100" zu lesen, um nicht gespoilert zu werden.



Inhalt:

21 Tage ist es her seit die 100 jugendlichen Straftäter zur Erde geschickt wurden um heraus zu finden ob nach 300 Jahren die Strahlung dort soweit zurück gegangen ist, dass ein Leben auf dem Planeten wieder möglich ist. Womit sie absolut nicht gerechnet haben, ist andere Menschen auf der Erde anzutreffen. Doch die Erdbewohner scheinen den Neuankömmlingen alles andere als friedlich gesinnt zu sein. 
Auf den Raumschiffen wird in der Zwischenzeit der Sauerstoff knapper, so dass auch Glass und die Menschen, die ihr wichtig sind in großer Gefahr schweben.


Cover und Gestaltung:

Die Cover der Buchreihe sind an die Serie angelehnt, was ich schade finde, da es sich hier ja schließlich um eine Buchvorlage handelt und nicht andersrum und der Handlungsverlauf in der Serie obendrein rein gar nichts mit dem im Buch gemein hat. 
Dennoch finde ich das Cover von "Tag 21" noch am besten von dieser Reihe, da man hier zumindest nicht die Gesichter im Vordergrund hat und es mit den vom Himmel fallenden Menschen ganz gut gestaltet ist, auch wenn es so eine Szene im Buch gar nicht gibt. 


Meine Meinung:

Dieser 2. Teil schließt nahtlos an das Geschehen am Ende von Band 1 an. Doch leider wird die Spannung aus dem Ende von Teil 1 nicht mit in dieses Buch transportiert.
Der kurze Angriff der Erdgeborenen ist schnell wieder vorbei und auch auf den Raumschiffen plätschert das Geschehen nach dem Schließen der Verbindungsbrücke zunächst einmal vor sich hin. Auch die Ereignisse aus dem Vorgängerband wurden hier nach meinem Empfinden schon etwas zu häufig wiederholt und das obwohl es fast ein Jahr her ist, seit ich Teil 1 gelesen habe.

Im Verlauf gibt es zwar auf der Erde ein paar Ereignisse die vorläufige Spannungsspitzen bringen, diese verlaufen oft aber auch einfach wieder im Sande und so ist auch der 2. Band der Reihe eher ruhig. Es geht viel um die Streitigkeiten und Reibereien innerhalb der Gruppe der Jugendlichen, wie man mit den Erdbewohnern nach deren Angriffe umzugehen hat, aber so richtig wurde die Handlung meiner Meinung nach nicht voran getrieben. 
Es werden auch einige Geheimnisse entdeckt. Um diese verständlicher zu machen hat man auch hier wieder ab und zu Rückblenden der einzelnen Charaktere eingestreut, wenn auch nicht in jedem Kapitel wie im ersten Buch. Aber auch die doch zahlreichen Enthüllungen im Buch konnten mich nicht so sehr vom Hocker reißen, da sie doch meist sehr vorhersehbar waren.

Die Kapitel werden wie in Band 1 wieder abwechselnd aus den Perspektiven der 4 Jugendlichen Clark, Wells, Bellamy und Glass erzählt.
Diese Perspektivwechsel mag ich immer sehr gerne, da man durch das Lesen der verschiedenen Gefühlswelten alle wichtigen Charaktere näher gebracht bekommt. Und auch in diesem 2. Band geht es hauptsächlich um die Charakterentwicklung und diese bekommen auch durch die Rückblenden noch mehr an Tiefe. 
Dennoch konnte mich bei den Jugendlichen, die auf die Erde geschickt wurden, leider trotzdem mit keinem sonderlich mitfiebern, da ich ihre Taten teilweise sehr willkürlich und nicht ausreichend begründet fand. Auch die Beziehungen untereinander fand ich viel zu gewollt und das Liebesgeplänkel stand für mich zu sehr im Vordergrund.
Lieber hätte ich da mehr über die Entwicklung der Erde, nach dem verheerenden Atomkrieg gelesen. Dies kam in diesem Band nämlich eindeutig zu kurz.

Dennoch habe ich 2 Lieblingscharaktere in der Reihe. Und diese sind immer noch Glass und Luke, die auf den Raumschiffen verblieben sind und deren Geschichte mich auch berühren konnte. Leider hat Glass weniger Kapitel als im Vorgängerband und die Handlung auf den Raumschiffen wird auch erst ab etwa der Hälfte des Buches wieder spannender. Aber dann sind die Ereignisse da oben für mich viel dramatischer und konnten mich mehr fesseln als das Geschehen auf der Erde. Und wenn dann ist es auch nur das Schicksal dieser beiden Charaktere, die mich dazu bewegen könnte, den Abschlussband der Trilogie zu lesen.

Fans der Serie sei gesagt, dass das Buch mit dieser außer der Grundidee nichts gemein hat. Es sind 2 völlig eigenständige Geschichten und eher ein weiteres Abenteuer basierend auf dem gleichen Grundgerüst.
Nicht nur die Handlung wurde stark abgeändert, auch die Charaktere. So gibt es im Buch andere Charaktere, die nicht in der Serie vorkommen und andersherum. Und die Charaktere, die es in beiden Medien gibt haben teilweise völlig verschiedene Charaktereigenschaften.




Fazit:

"Die 100: Tag 21" ist eine solide Fortsetzung, deren Potential aber leider nicht ausgenutzt wurde. Es ist rückblickend betrachtet sehr handlungsarm und vorhersehbar. Spannende Handlungsstränge die teilweise aufgeworfen werden verlaufen sich leider zu oft im Sande. Einzig die Geschichte von Glass und ihrer ausweglosen Situation auf dem Raumschiff konnte mich richtig fesseln und berühren. Sie hat aber leider einen sehr kleinen Anteil an dem Buch. 
Als schnell zu lesende und unterhaltsame Lektüre zwischendurch ist es gut geeignet, aber sicher kein Must Read oder ein Buch was mir lange im Gedächtnis bleibt. 




   Originalität     

   Umsetzung      

    Schreibstil      

     Charaktere     

        Tempo         

          Tiefe         

        Lesespaß      




Die Reihe:

Die 3 ersten Teile der Reihe sind bereits im Deutschen erschienen. Band 4 "Die Rebellion" erscheint im August 2017. 

                                      




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