Sonntag, 27. Juli 2014

[Rezension] Legend - Berstende Sterne - Marie Lu

[Rezension] Legend - Berstende Sterne - Marie Lu


  

Titel: Legend - Berstende Sterne (Band 3)
Autor: Marie Lu 
Seitenzahl: 448
Verlag: Loewe 
ISBN-10: 3785574924
ISBN-13: 978-3785574928
Erscheinung Erstausgabe: 21.07.2014





Lesezeitraum:

22.07.2014 - 24.07.2014


Achtung: dies ist die Rezension zu dem 3. Teil einer Reihe und enthält daher Spoiler aus den ersten beiden Teilen!  Für alle die bis jetzt die Reihe noch nicht begonnen haben sollten gibt es hier die Rezensionen zum ersten Teil "Legend - Fallender Himmel" und zum zweiten Teil "Legend - Schwelender Sturm".


Inhalt:

Aufgrund seiner schweren Krankheit ist Day schweren Herzens auf Abstand zu June gegangen und mit seinem kleinen Bruder Eden nach San Francisco gezogen, wo er eine Position im Militär begleitet und auch behandelt wird. June ist unterdessen zu einer von drei Princeps Anwärterinnen in der Hauptstadt Denver aufgestiegen. Die beiden haben sich monatelang nicht gesehen, als plötzlich der Friedensvertrag zwischen den Kolonien und der Republick zu scheitern droht. In den Kolonien ist die Seuche ausgebrochen und nur ein Gegenmittel kann einen erneuten Krieg verhindern. 

Days kleiner Bruder Eden hatte einen ähnlichen Virus und der Elektor Anden hofft mit den Antikörpern aus dessen Blut das Heilmittel herstellen zu können. Deswegen ist June gezwungen Day nach Denver zu bitten und ihn um Erlaubnis zu fragen seinen kleinen Bruder wieder in ein Forschungslabor zu bringen. Doch Day will unter keinen Umständen, dass sein Bruder nach seinen Erlebnissen weiteren Tests der Republick unterzogen und erneut in Lebensgefahr gebracht wird. Allerdings ist dies die einzigste Möglichkeit, die tausenden Menschen in der Republick das Leben retten könnte. Wie wird sich Day entscheiden?



Cover und Gestaltung:

Das Cover gliedert sich perfekt in die bestehende Reihe ein und ist diesmal in einem kräfigen Lila mit einem goldenen Feuer Symbol gehalten. Es wirkt, wie die Vorgängebände ebenfalls sehr schlicht, aber dennoch edel.



Meine Meinung:

"Legend - Berstende Sterne" ist inzwischen der dritte und letzte Teil der Legend - Trilogie.
Diesmal fügt sich das Buch nicht nahtlos an die vorangegangenen Bände an, sondern es sind bereits 8 Monate vergangen seit Days schrecklicher Diagnose. Trotzdem kommt man sehr gut in diesen neuen Band der Trilogie hinein, da Marie Lu immer wieder in kurzen Passagen an Geschehnisse aus den ersten zwei Teilen erinnert und einem diese damit gekonnt zurück in Erinnerung ruft. 

Ich muss sagen, dass diese Trilogie schon sehr stark anfing, aber mir dann mit jedem Band noch besser gefiel und sich stetig bis zu einem atemberaubenden Finale steigerte, so wie es sein sollte. Dabei hatten alle Bände eine spannenden und mitreißende Geschichte und ich hatte bei keinem der Teile das Gefühl eines Lückenfüllers, wie es bei anderen Trilogien schon mal der Fall war. Auch die Charaktere wurden von Band zu Band ausgereifter und weiter entwickelt.

Der Abschlussband ist einfach nur noch grandios, mit unglaublicher Handlungsdichte und voller Emotionen. Einmal sind da die Kolonien, die immer näher rücken und die Gefahr eines erneuten Krieges. Dann werden Andens Bemühungen beschrieben die Republick in einen besseren Staat zu verwandeln. Im 2. Teil wurde die Situation im Rest der Welt ja schon einmal kurz angerissen. Hier unternimmt man dann sogar einen kleinen Ausflug mit Anden und June in die Antarktis, welche in dieser Zukunftsvision ein hochmodernes, faszinierendes, militärisch starkes Land, aber auch einen absoluten Überwachungsstaat darstellen. Dieser kurze Ausflug dahin war sehr interessant.
Über all dem schwebt noch Days schreckliche Diagnose. Seine Anfälle werden immer häufiger und stärker und man muss zusehen, wie er jeden Tag schwächer wird.
Und natürlich die Liebe zwischen Day und June. Sie nimmt in diesem Band, genauso wie in der gesamten Trilogie nur einen kleinen Platz ein, was vor diesem Hintergrund des sich ankündigenten neuen Krieges nur verständlich ist und wordurch das ganze realistisch wirkt. Es gibt nur wenige intime Szenen der beiden und trotzdem ist ihr große Liebe durchweg spürbar. Die Beziehung von June und Day war von Anfang an sehr kompliziert und verzwickt, geprägt durch Gegensätze, Leid, Traurigkeit, Verzweiflung und Schuldgefühlen. Und trotzdem ist da diese Anziehung und tiefe Verbundenheit der beiden, ein Widerstreit der einfach wunderschön und einzigartig von Marie Lu dargestellt wurde. Sehr gut und realistisch fand ich dabei, dass die ganzen Ereignisse aus den anderen Bänden immer noch ihre Spuren bei beiden hinterlassen haben und nicht einfach komplett verschwunden waren, so dass ihnen nichts mehr im Weg gestanden hätte.

Die Geschichte wird wie schon in den voran gegangenen Bänden abwechselnd von Day und June im Präsens erzählt, wodurch man wieder sehr schön an den Gefühlen von beiden teilhaben kann und sich in mitten der Geschichte fühlt.
June ist merklich gereift. Sie sieht sich dem Neid und der Missgunst der anderen Princeps Anwärter und der Senatsmitglieder gegenüber und man merkt, dass sie sich in der Politik nicht sonderlich wohl fühlt. Sie ist wieder hin und her gerissen zwischen Day und ihrer Loyalität zur Republick und versucht verzweifelt zwischen Day und Anden zu vermitteln.
Anden nimmt eine größere Rolle als im 2. Teil ein und gewinnt mehr an Tiefe. Er zeigt sich sehr verantwortungsbewußt und will die Republick nach und nach ändern.
Day ist merklich angeschlagen in diesem Buch. Bei ihm dreht sich in diesem Band alles bis zur Selbstaufopferung um den Schutz seines kleinen Bruders Eden.
Dieser taucht in diesem Band zum ersten Mal häufiger auf, ist erwachsener geworden und möchte unbedingt seine eigenen Enscheidungen treffen.

Ich habe diesen 3. Band in den letzten Wochen sehnsüchtig erwartet und war sehr gespannt, wie Marie Lu diese Trilogie zum Abschluss bringen würde. Ich war vorsichtig skeptisch vor dem Lesen, da ich mir selbst nicht hätte vorstellen können, wie ein befriedigendes, aber zugleich logisches und rundes Ende dafür hätte aussehen sollen. Aber Marie Lu ist genau dies gelungen. Sie hat ein perfektes Ende gefunden, wie es anders gar nicht hätte sein dürfen und ihr ist es gelungen den Kreis damit zu schließen und die Geschichte abgerundet, zufriedenstellend und vor allem glaubhaft zu Ende zu bringen. Das Ende für Day und June nach dem großen Showdown ist sehr emotional, berührend und lässt einen zufrieden, aber auch mit einem Hauch Melancholie zurück, da die Reihe nun zu Ende ist und man sich von den tollen lieb gewonnenen Charakteren verabschieden muss.



Fazit:

"Legend - Berstende Sterne" ist ein grandioser Abschluss einer Trilogie, die schon auf sehr hohem Niveau began und sich mit jedem Band noch zu steigern wußte. Marie Lu ist ein fulminantes, handlungsdichtes Finale ihrer Trilogie gelungen, das voller Emotionen steckt und die Geschichte überaus stimmig enden lässt.

Wer Dystopien liebt sollte diese unbedingt lesen. Für mich ist es eine der Besten, die ich je gelesen habe.





     Originalität    

      Umsetzung    

     Schreibstil      

       Charaktere    

          Tempo        

              Tiefe      

         Lesespaß      



Die Reihe:


              



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