Samstag, 23. August 2014

[Rezension] Yoyogi Park - Andreas Neuenkirchen

[Rezension] Yoyogi Park - Andreas Neuenkirchen




Titel: Yoyogi Park
Autor: Andreas Neuenkirchen
Seitenzahl: 352
Verlag: Conbook Medien
ISBN-10: 3943176622
ISBN-13: 978-3943176629
Erscheinung Erstausgabe: 01.04.2014




Lesezeitraum:

04.07.2014 - 06.07.2014



Inhalt:

Im Yoyogi Park, einer beliebten Parkanlage im Tokioter Viertel Shibuya wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Bereits während der Leichenbeschauung folgt ein weiterer Angriff. In dem Fall ermitteln Inspektorin Yuka Sato und ihr Assistent Shun Nakashima. Erste Spuren führen die beiden Ermittler u.a. in ein Maid Cafe, zu einem Forum für jugendliche Ausreißer und zu einem Teenie Pop Idol. Puzzleteile, die sie schnellst möglichst zusammensetzen müssen.



Cover und Gestaltung:

Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Es handelt sich um eine Premium Paperback Ausgabe. Das Cover ist schlicht aber wirkt sehr edel. Auf dem Cover sieht man den Kranich, eine klassische japanische Origami Figur, die Glück und Frieden symbolisieren soll, aber hier mit Bluttropfen bespritzt ist. Also sehr passend für einen Japan Krimi ist.


Meine Meinung:

Dieses Buch gehört zu einer Reihe von Länderkrimis, des vor allem auf kulturelle Themen spezialisierten Conbook Verlags. Dies sind Kriminalromane, deren Besonderheit es ist, dass sie vor der realen Kulisse fremder Kulturen spielen. 

Bei "Yoyogi Park" handelt es sich um einen Japan-Krimi, dessen Schauplatz die Millionen Metropole Tokio ist. Da Krimis zu meinem bevorzugten Genres gehören, wenn es um Unterhaltungsliteratur geht, ich aber auch gleichzeitig immer sehr an Einblicken in fremde Kulturen interessiert bin, ist dies eine perfekte Kombination für mich. Diese Verbindung von beidem ist Andreas Neuenkirchen, der selbst lange Zeit in Tokio gelebt hat, wirklich sehr gut gelungen und ich konnte zahlreiche für mich neue Aspekte über Japan kennen lernen. 

Man erlebt auf der einen Seite die alten japanischen Traditionen, wie das japanische Kirschblütenfest oder Kendo, eine japanische Form des Schwertkampfes, sowie die strengen vorherrschenden traditionellen Verhaltensregeln und Umgangsformen. Auf der anderen Seite taucht man aber auch ein in das hektische moderne Leben in der Mega City Tokio mit ihren bekannten Vierteln und bunten Subkulturen und lernt viel über die japanische Popkultur von Animes, über Lolitas bis hin zu Maid Cafes. Auch die Yakuza und ihre kriminellen Aktivitäten spielen ein Rolle in dem Buch. Aktuellen Bezug nimmt es ebenfalls auf die Auswirkungen des Erdbebens und Tsunamis von 2011, die man auch in Tokio noch spürte, da die fiktive Handlung des Buches nur ein paar Wochen später spielte.

Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den japanischen Namen und den angehängten Suffixen, aber man gewöhnt sich schnell daran und kann alle Personen gut auseinander halten. Falls man anfangs doch Probleme hat, gibt es vorn im Buch ein kleines Personenverzeichnis zum Nachschlagen. Hinten im Buch befindet sich noch ein Glossar, in dem viele vorkommende Begriffe und Besonderheiten der japanischen Kultur noch einmal erklärt waren, was ich zusätzlich sehr informativ fand.


Verknüpft wird dieser wissenswerte Einblick in die japanische Kultur mit dem ersten Kriminalfall für Inspector Yuca Sato und ihren Assistenten Shun Nakashima. Das Buch steigt sofort mit dem Fund einer Leiche ins Geschehen ein und ist spannend, mit einigen Wendungen und falschen Fährten aufgebaut. Die Figuren sind interessant ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir dabei das Zusammenspiel des Ermittlerduos und dessen Kabbeleien untereinander. Die beiden harmonieren sehr gut miteinander und der Autor lässt hier auch viel Humor mit einfließen. Ich hoffe, dass in weiteren Fällen von Sato auch ihr Assistent wieder eine Rolle bekommt. Denn dieses Buch soll wohl der Auftakt zu einer vierteiligen Reihe um Yuka Sato werden, die sich an den 4 Jahreszeiten orientiert.


Der einzige kleinere Kritikpunkt von mir ist, dass ich persönlich bei Krimis gern am Ende etwas mehr zum Täter erfahre und mir hier nähere Erklärungen zu seinem Hintergrund und zum Entstehen seiner Motivation der Taten etwas gefehlt haben.



Fazit:


"Yoyogi Park" ist ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger, atmosphärischer Krimi, der nebenbei auch informative Einblicke in die japanische Popkultur liefert. Für Japan Fans oder als Einstimmung auf einen Tokio Besuch, aber auch für alle Liebhaber von Krimis kann ich dieses Buch weiter empfehlen.






     Originalität    

      Umsetzung    

       Schreibstil    

       Charaktere    

          Tempo        

            Tiefe        

         Lesespaß      




Vielen Dank an den Conbook Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 


Kommentare:

  1. Das klingt wirklich lohnenswert, ich behalte den Verlag mal im Auge und werde da sicher auch mal reinlesen!

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    1. Ja ich werde auch mal schauen, was noch so für Länderkrimis auf den Markt kommen und ich denke ich werde auch die Reihe um Yuka Sato mal weiterverfolgen.

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  2. Auf der einen Seite bin ich neugierig. Auf der anderen Seite regt sich in mir der Argwohn wenn ich die typ. Events sehe. Man merkt, dass die Person kein geborener Japaner ist, bzw dort schon seit Beginn lebt. Hatte schon mal so ein Buch gehabt und war enttäuscht. (ähnlicher Autorenhintergrund wie hier) Und dein Punkt zum Täter stört mich auch etwas, sehe es nämlich wie du ...
    Gibts ne Fortsetzung?

    Ich behalts aber mal im Hinterkopf ;)

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    1. Das kommt sicherlich darauf an, wie viel man schon über das Land weiß. Ich selbst kenne mich mit Japan nicht besonders aus, daher war viel neues informatives für mich dabei. Wenn man natürlich schon viel über das Land gelesen hat oder selbst schon mal da war kommen einem die Sachen wahrscheinlich schon bekannt vor. Ich denke schon das es typische Sachen für Japan sind.
      Es gibt eine 4 teilige Reihe um Yuka Sato mit in sich abgeschlossenen Fällen denke ich, die sich wohl an den 4 Jahreszeiten orientieren soll. Das war das Frühlingsbuch. Ich denke der Autor geht dann sicherlich noch mehr auf Japan ein und bringt vielleicht auch noch ein paar nicht so typische DInge über das Land.

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  3. Ich mag ja vor allem die Mentalität, die von den Autoren rübergebracht wird. Die Ruhe, die ihre Figuren ausstrahlen und wie sei einen im nächsten Moment zutiefst schockieren.

    Aber vllt begegnet mir das Buch mal es Mängelexemplar ;)

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  4. Hallo!
    Dieses Buch klingt ja wirklich sehr gut. Ich liebe auch Bücher, die in Japan spielen und obwohl ich seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr zu einem Krimi gegriffen habe, macht mich dieser recht neugierig! Danke für den Tipp!!

    Viele Grüße,
    Claudia

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