Montag, 27. Januar 2014

Das Rachespiel - Arno Strobel


[Rezension] Das Rachespiel - Arno Strobel







Titel: Das Rachespiel
Autor: Arno Strobel
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3596196949
ISBN-13: 978-3596196944
Erscheinung Erstausgabe: 23.01.2014





Lesezeitraum:

23.01.-24.01.2014


Inhalt:

Alles beginnt, als Frank Geissler eines Morgens einen anonymen Brief erhält, in dem er einen USB Stick findet. Auf dem USB Stick findet er eine Textdatei, die ihn auffordert am folgenden Tag eine bestimmte Website zu besuchen. Dazu die Worte: "Es geht um ein Leben." Von der Neugierde getrieben befolgt Frank die Anweisung tatsächlich und findet am nächsten Tag auf der Website ein Video, in dem ein abgemagerter, nackter Mann gefesselt am Boden hockt; um ihn herum Käfige mit hunderten ausgehungerten Ratten. Ein Text dazu sagt, er könne den Mann retten, wenn er bereit ist in das Spiel einzusteigen und eine Mutprobe zu absolvieren. Frank glaubt an einen Scherz oder ein neues Rollenspiel, schließt aber angewidert die Website. Am nächsten Tag bekommt er erneut einen USB Stick mit der Post, auf dem sich ein Video befindet, das zeigt wie der Mann bei lebendigen Leibe von den Ratten gefressen wurde. 
Frank erfährt, dass 3 seiner alten Schulfreunde ebenfalls diese Nachrichten erhalten haben und die Vergangenheit holt ihn ein. Denn alle 4 verbindet ein Geheimnis und der Schwur den sie sich vor 30 Jahren gegeben hatten niemals jemandem davon zu erzählen.
Ehe sie sich versehen befinden sie sich bereits in einem perfiden Psychospiel wieder, in dem es um ihr eigenes Leben und das ihrer Familien geht. Ihr schlimmster Alptraum beginnt.

Am Anfang des Buches befindet sich ein Zitat von Manfred Hinrich: "Schuld stirbt in Vergebung oder tötet." Dieses beschreibt eigentlich schon den ganzen Inhalt des Buches.


Cover und Gestaltung:

Das Cover ist im selben Stil gestaltet, wie die anderen Bücher von Arno Strobel. Diese einheitliche Gestaltung gefällt mir bei diesem Autoren sehr gut.
Auf dem Cover ist ein Mann abgebildet, der nackt zusammengekauert da hockt. Er wird von einem Lichtstrahl angeleuchtet, ansonsten ist das Cover schwarz, was zur Dunkelheit passt. Das Cover vermittelt meiner Meinung sehr gut die düstere, beklemmende, angsteinflößende Stimmung dieses Buches, sowie die Kälte und Finsternis, die in dem kargen Bunker herrscht.


Meine Meinung:

Arno Strobel spielt gekonnt mit den Ängsten seiner Leser und schafft es eine total beklemmende, bedrohliche und angsteinflößende Atmosphäre zu schaffen, indem er sein "Rachespiel" in eine Atombunkeranlage legt, die einem Labyrinth aus Gängen und Räumen gleicht. Es herrscht eisige Kälte und es gibt kein Licht, so dass sich die Spieler in absoluter Finsternis in diesem Labyrinth zurecht finden müssen. Und als wäre diese Situation nicht schon bedrohlich genug kommen noch hunderte gefräßige und agressive Ratten dazu, die in den Gängen frei gelassen wurden. Und außerdem ist von Anfang an klar, dass nicht alle Spieler dieses Spiel überleben können, so dass sie gegeneinander spielen müssen. Daraufhin beginnen sich bald Allianzen zu bilden und das Misstrauen in die Mitspieler wächst immer mehr, so dass bald überhaupt nicht mehr klar ist, wem man vertrauen kann und wem besser nicht.
Obwohl ich thrillererprobt bin hielt ich mehrmals beim Lesen inne, um zu horchen, ob ich nicht irgendwo Geräusche vernahm und als ich das Buch nachts ausgelesen hatte und das Licht ausmachte spürte ich schon ein mulmiges Gefühl in der Dunkelheit. Es ist also definitiv kein Buch für schwache Nerven.

Der Schreibstil des Buches ist sehr flüssig und spannend. Man kann es kaum aus der Hand legen und möchte es am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Nahezu jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger und liest man dann weiter, um zu sehen was passiert ist man schon bald am nächsten Cliffhanger.
Erzählt wird in 2 Handlungssträngen: einmal das eigentliche Spiel in der Gegenwart. Dieses dauert genau eine Nacht und die Kapitel der Gegenwart fangen immer mit der aktuellen Uhrzeit an . Dazwischen eingeschoben gibt es Kapitel mit der Überschrift "damals", in denen man nach und nach erfährt, welches Geheimnis die 4 verbindet. Diese Kapitel sind geschickt in die Haupthandlung eingeflochten. Immer wenn man in der Haupthandlung weitere Details zu diesem Geheimnis erfährt, folgt ein Kapitel in dem diese Dinge aus Sicht der Vergangenheit geschildert werden ohne zuviel zu verraten. Man bekommt dies also nur häppchenweise präsentiert und hat erst ganz am Schluss bei der Auflösung das vollständige Bild, was damals passiert ist.

Man wird während der Geschichte auf falsche Fährten gelenkt, aber als erprobter Thrillerleser kann man durchaus auch darauf kommen, wer der Täter ist, denn durch die Personen-, Orts- und Zeitbegrenzung der Geschichte gibt es auch nicht viele Handlungsmöglichkeiten. Ich hatte nach c.a. der Hälfte des Buches einen Verdacht, der sich dann auch bestätigte. Aber das tat der Spannung dieses Buches keinen Abbruch. 

In der Auflösung wird auf die Psyche des Täters eingegangen, aber ich hätte mir auch während der Geschichte noch mehr psychologische Aspekte gewünscht. So müssen die Spieler während des Spieles Aufgaben bewältigen und bekommen dafür Punkte, die ihr Leben oder das ihrer Familien retten können. Einige Aufgaben sind vom Täter bewusst so gestellt, dass man die Reaktion der Spieler erahnen kann und so indirekt in das Spiel eingreifen kann. Aber einige der Aufgaben zielen weder auf die Ereignisse in der Vergangenheit ab, noch sollen sie eine bestimmte Reaktion bei den Spielern hervorrufen. Es sind einfach nur Wortspiele bei denen ein Gegenstand gefunden werden muss. Ich denke an diesem Punkt hätte man das Spiel noch etwas anders konstruieren können.

Außerdem ist mir eine kleine Stelle im Buch unlogisch. Noch nicht, wenn man diese Stelle liest, aber wenn man die Auflösung kennt und etwas darüber nachdenkt. Es wird im Buch erwähnt, dass eine Sache während des Spiels geplant war, die schief gegangen ist. Hätte diese Sache allerdings wie geplant beim ersten Mal funktioniert, wäre das Spiel ganz anders verlaufen, bestimmte Dinge wären nicht ans Licht gekommen und eine der Aufgaben wäre aus meiner Sicht unlogisch. 
Desweiteren hat mir bei der Auflösung eine Kleinigkeit gefehlt, nämlich dass man auch noch einmal auf die Sache ganz am Anfang des Buches zu sprechen kommt.


Fazit:


Das Rachespiel ist ein überaus spannender Psychothriller mit einer Atmospähre die bedrohlicher und angsteinflößender kaum sein könnte und ein absoluter Pageturner. Ich kann das Buch jedem Thrillerliebhaber mit starken Nerven nur empfehlen.
Ein paar Kleinigkeiten hätte man meiner Meinung nach besser lösen können bzw. erschienen mir etwas unlogisch, aber ansonsten ein absolut lesenswerter Thriller, der mich gut mitreißen konnte. 



Deshalb erhält das Buch von mir 4 von 5 Sternen. 




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